So manch einer träumt davon, auf einer einsamen Insel zu leben.
Meine Frau und ich leben unfreiwillig auf einer einsamen, sonderbaren Insel.
Andere Inseln sind umgeben vom Meer und ihre Bewohner haben oft mit den Naturgewalten zu kämpfen: Springfluten, Stürme und ‘Land Unter’.
Wir hingegen sind umgeben vom digitalen Informations-Ozean und bekommen nicht einmal nasse Füße. Denn unsere Insel ist die Insel der ‘bornierten Technokratie’. Wie ein hoher Deich schützt ein hochmodernes Glasfasernetz sicher unsere Gestade und verhindert, dass selbst das leiseste DSL-Geplätscher an unser Ufer spült.
Glasfasernetze ermöglichen prinzipiell eine sehr schnelle Hochgeschwindigkeitsverbindung. Voraussetzung ist allerdings eine entsprechende Anbindung der Einzelteilnehmer. Wird das Glasfaserkabel bis in die Anschlussbuchse in der Wohnung verlegt, ist alles einfach. Einige Internetprovider stellen entsprechende Hardware für den Anschluss zur Verfügung. Endet das Glasfaserkabel, wie in unserem Fall, außerhalb der Wohnung oder gar außerhalb des Hauses, wird es schwierig. Für die verbleibende Verbindungsstrecke ist man nun wieder auf Kupferkabel angewiesen. Für einen Internetanschluss müssen deshalb die vom Glasfaser kommenden Signale wieder auf DSL umgesetzt werden, was erheblichen technischen Aufwand erfordert, den kaum ein Provider leisten will.
Um auf bei der Insel zu bleiben: Der Seeweg ist erschlossen, die Luxusliner kreuzen; nur den Hafen hat man vergessen anzulegen. Also: Alle Mann in die Boote, fertig zum Rudern – Ahoi!
Und so sitzen wir auf unserer Insel auf dem Trockenen und halten über Funk, per digitaler Flaschenpost sozusagen, die Kommunikation mit der Internetgemeinde aufrecht. Bei Laune halten wir uns durch das Erzählen alter Geschichten von der sagenhaften ‘Informationsgesellschaft’, von ‘Inovation’ und ‘Dienstleistung’ und fragen uns manchmal, wie viele es wohl sein mögen, die unser Schicksal teilen.
Aber Schluss mit dem Inselgefasel. Hier ein handfester Tipp:
Vor dem Umzug informieren
Wenn Sie einen Umzug planen, erkundigen Sie sich im Vorfeld ob am neuen Wohnort ein DSL-Anschluss verfügbar ist. Aber verlassen Sie sich dabei nicht unbedingt auf die Online-Verfügbarkeitschecks der Internetanbieter. In unserem Fall zumindest ergaben die Abfragen bei allen großen Providern eine uneingeschränkte DSL-Verfügbarkeit. Zweimal wurde bei verschiedenen Anbietern ein Auftrag erteilt. Von technischen Problemen bei der Anschaltung erfuhren wir jeweils erst nach Antragstellung und mehrwöchigen Bearbeitungszeiten.
Auskünfte beim technischen Kundendienst der Anbieter sind vorab schwer zu erhalten. Im Zweifelsfall sollten Sie auf eigene Faust Erkundigungen bei der Telekom, den örtlichen Netzbetreibern oder beim Vermieter über die DSL-Verfügbarkeit an Ihrem Wohngebiet einziehen. Viel Glück.