Unser Wohngebiet ist mit Glasfaser vernetzt. Für einen herkömmlichen DSL-Anschluss ist ein Kupferkabel erforderlich, weshalb hier Internet über DSL nicht möglich ist. Also entschieden wir uns notgedrungen für einen UMTS-Stick mit zugehöriger Flatrate.
Seit Juni letzten Jahres bietet Aldi mobiles Internet als günstige Prepaid Tages- oder Monatsflat an. Mit dem ebenfalls recht günstigen UMTS-Stick für nicht ganz 50 € und den 1,99 € für die Tagesflat bzw. 14,99 € für die Monatsflatrate erhält man eine, auf den ersten Blick, kostengünstige mobile Internetanbindung ohne Vertagsbindung.
Unsere Erfahrungen mit Anbieter und Technik veröffentlichen wir hier, weil sich gerade die Leistungsfähigkeit von Telefon- und Internetanbietern erst in der Praxis beurteilen lässt.
Allgemeiner Nachteil UMTS
Gleich vorweg: Wer einen vollwertigen Ersatz für DSL sucht, ist mit UMTS nicht gut bedient. Die Verbindungsgeschwindigkeiten sind abhängig von der Empfangsqualität und hierfür ist natürlich der Ausbau des Funknetzes entscheidend. In schlecht ausgebauten, empfangsschwachen Regionen kann die Verbindungsgeschwindigkeit geringer sein. Aber selbst in Gebieten mit gut ausgebauten Netzen kann mitunter die Verbindungsrate in den Keller gehen, wenn zum Beispiel viele Teilnehmer gleichzeitig auf eine Funkzelle zugreifen.
Aber selbst dann, wenn eine schnelle Verbindung möglich ist, hat die Sache immer noch einen Haken. Zur Zeit richten alle uns bekannten UMTS-Anbieter eine Volumenbegrenzung für den Datenverkehr von 5GB ein. Ist diese Grenze erreicht, wird die Verbindung gedrosselt; auf eine Geschwindigkeit, die in etwa der eines guten alten 56k-Modems entspricht. Ebenso besteht meist eine Grenze für das täglich verbrauchte Datenvolumen von einem Gigabyte. Sind häufige Updates oder Downloads erforderlich, ist die Grenze schnell erreicht.
Linux-Nutzer aufgepasst
Gerade Linux-Anwender kommen da in’s Grübeln: Die Herausgeber aller größeren Linux-Versionen versorgen ihre Anwender mit regelmäßigen Aktualisierungen über das Internet. Hierbei können pro Monat einige hundert Megabyte zusammenkommen. Ist die Volumengrenze erreicht und die Verbindungsgeschwindigkeit gedrosselt, können Updates sehr lange dauern. Manchmal zwingen sehr langsame Datenverbindungen den Update-Server auch zum Abbruch der Datenverbindung. Ist man auf UMTS angewiesen, wird die Pflege eines Linux-Systems also nicht gerade einfacher.
Verbindungsgeschwindigkeiten im Betrieb von Aldi mobile
Aldi-mobile arbeitet mit E-plus. In diesem Netz ist in Ballungsräumen eine Geschwindigkeit von etwa 386Kbit/s zu erwarten – theoretisch. In einigen Gebieten soll das Netz soweit ausgebaut sein, dass damit Geschwindigkeiten bis zu 3,6Mbit/s zu erreichen sind – theoretisch.
Wir haben jedenfalls Downloadgeschwindigkeiten von etwa 45Kbyte erreicht, was in etwa der normalen Standard-Geschwindigkeit von UMTS entspricht. Allerdings minderten anfänglich Schwierigkeiten beim Verbindungsaufbau und Verbindungsabbrüche in unserem Fall das Surfvergnügen erheblich. Ein Anruf bei der Hotline konnte zwar die Ursachen hierfür nicht klären aber durch einen wundersamen Zufall laufen seit dem die Verbindungen recht stabil.
Irreführende Anzeige in der Bediensoftware
Grund für unseren Anruf bei der Hotline war ein Fehler, der uns bei der Aufbuchung neuen Guthabens unterlaufen war.
Wird die Karte nach Verbrauch des Guthabens oder nach Ablauf der 30 Tage neu aufgeladen, muss die Option “Monats-” oder Tagesflat” in der mitgelieferten Bediensoftware neu gebucht werden. Sonst surft man zum teuren Minutentarif und das Guthaben auf der Karte ist binnen weniger Stunden verbraucht.
Hierauf wird in der Beschreibung und auch in der Bediensoftware hingewiesen. Letztere zeigte in unserem Fall die Option “Monatsflat” bereits vor der Buchung als gebucht an, was für Verwirrung sorgte.
Diese Buchung muss jedoch immer vorgenommen werden – auch wenn in der Software das Häkchen bei der jeweiligen Flat bereits vorhanden ist; denn leider setzt die Software das Häkchen am Ende der Laufzeit nicht automatisch zurück. Außerdem gilt der gewählte Tarif erst nach Erhalt einer Bestätigungs-SMS.
Das ist zumindest sehr irritierend und kundenunfreundlich. Die Gefahr von Fehlbuchungen ist sehr groß, was durch Erfahrungsberichte in einigen Foren immer wieder bestätigt wird.
Fazit
Alles in Allem ist die Flatrate von Aldi mobile eine brauchbare Lösung für eine mobile Internetanbindung. Allein die Verbindungsgeschwindigkeit war für uns ein Grund, noch weitere Anbieter unter die Lupe zu nehmen.
Reicht die normale UMTS-Geschwindigkeit für die eigene Internetnutzung, ist die Prepaid Aldi-Flatrate mit günstigen Einstiegskosten und ohne langfristige Vertragsbindung wirklich empfehlenswert.